Gut-Holz mit der Kegelei
Wie hat alles angefangen ?
Wir kegeln nicht um die schöne Penelope, wie Homer in der "Odyssee" das Eifern der 108 Freier beschrieben hat. Wir spielen auch nicht um Hab und Gut, wie einst gang und gäbe.
Da soll im 15. Jahrhundert ein Bauer aus der Maingegend an einem einzigen Nachmittag Haus, Hof, vier Pferde samt Wagen plus hundert Zentner Getreide verkegelt haben.
Ob Bauern oder Bonzen, Mönche oder Revoluzzer, Männlein oder Weiblein - alle kegelten, auf Jahrmärkten und Kirchweihfeiern, Hochzeiten und an ganz gewöhnlichen Sonntagen.
Die italienische Variante, mit der man sich schon zu Cäsars Zeiten amüsiert hat, ist Boccia, die französische heißt Boule, Bowls die englische. Untersagt wurde das Spiel immer dann, wenn es Blüten trieb. Karl V. erließ 1369 eine Verfügung, der englische König Richard II. verbot es 1388, die französischen Könige wiederholten sich seit 1319 darin.
Im 15. Jahrhundert mühten sich deutsche Räte und die Geistlichkeit, das demoralisierende Glücksspiel mit den Kugeln zu unterbinden.
Die Schweizer Regierungen des 17. Jahrhunderts stimmten in die Verbote ein.
Und auch die Regierung des US - Staates Connecticut hatte
bald genug von der Leidenschaft deutscher Einwanderer, das
an sich harmlose Vergnügen mit dem Nervenkitzel
hoher Einsätze zu versehen. 1841 stellte auch sie das Spiel
mit neun Kegeln unter Strafe. Ein listiger Kopf umging das
Gesetz, indem er einen Kegel dazugab, die Aufstellung der
Kegel, die nun Pins heißen, vom Quadrat zum gleichschenk-
lichen Dreieck veränderte und das Ganze Bowling nannte.
Geschichte des Classic - Kegelns in Dresden
Dresden – Hochburg des Kegelns in Sachsen
Alle Dresdner Kegelvereine im Jahr 1927 im Verband Dresdner Kegelklubs
Verbandsgründung 1886 – Vorsitzender Paul Hahn
Liste ist in Arbeit ( Klubname,Vorsitzende/er,Kegelbahn)
5O Jahre Verein Dresdner Kegler
( aus "Dresdner Anzeiger" vom 8.3.1936)
Fortsetzung folgt
Am 27.2.1936 waren es 50 Jahre, daß sich in Dresden Keglervereine zu einem Verbandzusammenschlossen und somit den heutigen " Verein Dresdner Kegler" aus der Taufe hoben. Der Vorsitzende Rieß
vom Klub Curiosa ist als Gründer bekannt. Er veranlaßte die Klubs Komet, Lustige Holzer, Nebelhorn und Sandhasen zur Tat.
Im Mai 1888 waren es bereits 33 Klubs mit 346 Mitgliedern, die dem Verband angehörten und 4 Jahre später pachtete
man das Keglerheim auf der Friedrichstraße mit 9 Bahnen als Verbandsheim.
Die Ausrichtung des 6. Deutschen Bundesfestes in Dresden brachte dem Verein einen Geldverlust,
der eine Spaltung der Mitglieder zur Folge hatte. Ein Teil trennte sich in eine Sektion des Sächsischen Keglerbundes ab.
Eine Verschmelzung gelang erst wieder unter dem Verbandsvorsitzenden Gnauck am 1.10.1903, nachdem im Juni 1899
das 3. Gaukegeln Erfolg und Mitgliederzuwachs gebracht hatte. Unter wechselnder Vereinsleitung, bei der jedoch immer
wieder der Vorsitzende Gnauck eine ausschlaggebende Rolle spielte, entwickelte sich der Verband aufwärts, so daß bereits
1910 der Beschluß zum Heimbau in der Ostra- Allee gefaßt und 1911 durchgeführt wurde. Bedeutende Mittel wurden durch
die Opferwilligkeit der Mitglieder aufgebracht. Am 25. und 26. 1.1912 konnte das Keglerhaus Ostra-Allee mit 16 Bahnen
als damals schönstes in Deutschland eingeweiht werden. Preis-, Geld und Wohltätigkeitskegeln kennzeichnen das Vereinsleben von der Gründung an bis zum Jahre 1915. So konnte bei einem Wohltätigkeitskegeln im September 1912 ein Überschuß von 2000 M an sieben verschiedene Stellen abgeführt werden.
Der Keglerverband vereinigt überwiegend Männer der mittleren Altersklassen in sich. So machte sich der Weltkrieg
besonders schwer bemerkbar und leerte die Kegelbahnen da die Mitglieder an allen Fronten ihre Pflicht für das Reich erfüllten.
Groß war die Zahl de Opfer, die die Keglergemeinde f'ür das Vaterland brachte. Die Erhaltung des eigenen Heims,
teilweise leerstehend, ohne Wirtschaftsbetrieb, Heizverbot und anderes stellte größte Anforderungen an die Vereinsführung, die aber durchhielt und 1919 einer neuen Sportbewegung die Pforten öffnete.
Der Sportführer Bruno Lantzsch gab das Signal zum Sport im Kegeln,
gründete einen Sportausschuß und führte im Oktober 1919 die erste Keglermeisterschaft durch.
Diese von Dresden kommende bahnbrechende Tat führte
zur Einführung des Langstreckenkegelns in Deutschland und fand zunächst seinen Niederschlag in den Halberstädter Großkämpfen und wurde schließlich die Grundlage zu den Deutschen Meisterschaften. Durch die Sportkeglervereinigung innerhalb des Verbandes,die im Juli 1921 ihren Namen Ideka erhielt, setzte regelmäßiger sportlicher Übungsbetrieb ein. Durch diesen Sportbetrieb und durch die eingeführte Begräbniskasse schnellte die Mitgliederzahl, die 1911 noch mit 1400 angegeben ist, bis zum Jahre 1929 auf über 5000, damit ihren Höchststand erreichend. Hierzu trug nicht unwesentlich die Scheinblüte der deutschen Wirtschaft bei und das allgemeine Bedürfnis der Männer durch Wegfall der Militärpflicht usw.,
sich körperlich zu betätigen. Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Schwierigkeiten nach 1929, die Umstellung der Begräbniskasse des Vereins im vergangenenJahre usw. brachten zahlenmäßig einen Mitgliederrückgang,
dagegen wuchs beträchtlich die Zahl der Sportausübenden.
Die Kampfbahnen im eigenen Heim reichen nicht aus, um die Meisterschaftskämpfe einwandfrei durchzuführen,
insbesondere fehlt es in Dresden an Bohlen-, Scheren- und besonders internationalen Kegelbahnen.
Auch die Frau im Kegelsport nimmt heute eine andere Stellung ein. Ursprünglich ängstlich, ja durch Verbote von den Kegelbahnen ferngehalten, steht sie heute mit in den Reihen und sucht Erholung und Entspannung bei frohem Kampf und Spiel. An die Männer stellt der Kegelsport jetzt ganz andere Anforderungen als früher das Kegelspiel mit seinen Nebenerscheinungen. Die Grundlage dafür zu geben, die Vorraussetzungen dafür zu schaffen, ist heute Pflicht der Vereinsleitung,an deren Spitze Eduard Schwalbach steht.
Dresden - Classic-Kegeln heute
Axel Müller
Dresden, 01.06.2007 17:10:25.